Frequently asked questions

Immobilienmarktausblick 2020
Foto iStock – LUMIKK555

In der Zeit der Jahresrückblicke möchte ich schon einmal den Blick nach vorne wagen. Einiges ist in diesem Jahr geschehen oder angestoßen worden, was im nächsten Jahr erste Auswirkungen zeigen wird.

Der BER soll im Oktober 2020 tatsächlich an den Start gehen. Auch wenn wir das erst glauben, wenn wir es gesehen haben, trauen doch viele in der Immobilienwirtschaft dem Flughafenchef Lütke Daldrup die Einhaltung des Eröffnungstermins zu. So wird in Schönefeld gebaut, was das Zeug hält und die Bodenpreise für noch vorhandene Flächen steigen in schwindelerregende Höhen. Die Entwicklung dort ist so stark, dass die Gemeinde Schönefeld den gesamten Landkreis Dahme-Spreewald in nationalen Wachstums-, Steuer- und Immobilienrankings auf vordere Plätze katapultiert.

TESLA kommt nach Grünheide. Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe. Bis zu 4 Milliarden Euro will der amerikanische Autobauer in Brandenburg investieren und am Ende 8.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Es wird spannend sein zu sehen, ob 2021 die ersten Autos vom Band laufen. Tatsächlich bringen sich die Projektentwickler schon jetzt in Stellung, zumal in Berlin ja gerade nicht viel zu holen ist.

Im Windschatten von Tesla hat auch der US-Batteriehersteller Microvast angekündigt, in Ludwigsfelde eine dreistellige Millionensumme in den Bau einer Batteriefabrik investieren zu wollen. Außerdem will Microvast gleich ganz seine Europazentrale von Frankfurt am Main nach Ludwigsfelde verlegen.

Das alles sind doch endlich einmal erfreuliche und motivierende Nachrichten.

Da passt es so gar nicht ins Bild, dass der grün-rot-rote Senat in Berlin einen Mietendeckel einführen will. Denn machen wir uns nichts vor, viele Angestellte in den neuen Werken, werden in Berlin wohnen (wollen). Der vom Deckel ausgenommene Neubausektor wird aufgrund des nachhaltig gestörten Vertrauens von Investoren und Projektentwicklern in die Berliner Politik jedoch ebenfalls einbrechen. Also wird im Speckgürtel gebaut. Aber werden auf die Schnelle so viele Flächen zur Verfügung gestellt werden können? Oder wird man in Schönefeld, Königs Wusterhausen oder Ludwigsfelde für 10 €/m2 mieten wollen, wenn man in Zehlendorf, Köpenick oder Tempelhof für 6-8 €/m2 wohnen kann? Ich traue den Berliner Klassenkämpfern durchaus zu, dass sie Ihren Mietendeckel in irgendeiner Form durchdrücken werden, und dann wird sich auch der Brandenburger Speckgürtel mit dessen Folgen auseinandersetzen müssen. Das wird bis zu den Finanzierungsgesprächen mit den Banken gehen, die die Drittverwendung der Immobilie gefährdet sehen, wenn das kleine Glück im Berliner Umland einmal nicht mehr bezahlt werden kann.

Da trifft es sich doch ganz gut, wenn auch aus dem Süden Brandenburgs zur Abwechslung einmal positive Nachrichten zu vernehmen sind und BASF die Investition von mehreren hundert Millionen Euro in eine Fabrik ankündigt, welche Batteriechemikalien für Elektroautos herstellt. So können wir doch darauf hoffen, dass die positive Entwicklung in Brandenburg weit über die Hauptstadtregion hinausgehen wird.

Wird es also aufgrund guter wirtschaftlicher Aussichten weiter zu großflächigen Preissteigerungen kommen oder wird die investitionsfeindliche Berliner Senatspolitik das gewünschte Gegenteil bewirken? Wir sagen: Augen auf, fair handeln und immer auf dem Teppich bleiben.

In diesem Sinne wünscht Ihnen ein frohes Fest und einen guten Rutsch, Ihr Maik Wehner

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